Brägel, Schwarzwälder Brägel, Kartoffeln, Herzhaftes

Schwarzwälder Brägel mit Steinchampignons

Brägel oder Brägele das ist hier die Frage ? wer schon länger bei mir mitliest kennt bestimmt mein Rezept für Brägele mit Sonnenwirbelesalat und Bibiliskäs .Was aber bitte ist denn jetzt ein Brägel ? bei uns im Schwarzwald gibt es die Sprüche: “ Do hesch de Brägel“ ( Da hast du jetzt den Salat) oder den: „den Brägel hinschmeiße “ ( die Arbeit hinschmeißen ). Brägel soll was zum Essen sein ? Ja, das Wort Brägel kommt von Braten  ( brägeln ) und ist eine alte Bauernmahlzeit die über die Jahre fast in Vergessenheit geraten ist. Früher wurde dieses Gericht zu jeder Tageszeit gegessen. Sogar zum Frühstück. Von den ärmeren Menschen mit Milch und von den reicheren mit Speck und Ei. Nicht zu verwechseln mit dem Schweizer  Rösti. Rösti wird aus rohen, geraspelten Kartoffeln gemacht und unser Brägel aus am Vortag gekochten Kartoffeln. Mittlerweile gibt es hier im Schwarzwald sogar Brägelwochen damit dieses alte Gericht nicht wieder vergessen wird. ( Eröffnung ist am Samstag 17. Juni um 16 Uhr auf dem Marktplatz in Todtnau)  da werden sie allerdings nicht mehr nur mit Milch serviert, sondern mit so leckeren Sachen wie Leberle ( Leber), mit Lachs, mit Gemüse und was den Wirten so einfällt.  Meinen Brägel gibt es heute mit Steinchampignons, Schwarzwälder Schinken und Petersilie, ganz einfache Zutaten, aber Ihr werdet überrascht sein wie lecker so etwas Einfaches schmecken kann. Ein Brägel eignet sich auch gut zur Resteverwertung, wenn Ihr Kartoffeln vom Vortag übrig habt, noch ein Spiegelei dazu und schon habt Ihr ein  leckeres Gericht. Dementsprechend einfach und kurz ist auch heute die Zutatenliste.

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Das braucht Ihr für einen Brägel pro Person:

  • ca. 3 mittelgroße Kartoffeln am Vortag gekocht
  • Butterschmalz
  • 3 Steinchampignons
  • 2 Scheiben Schwarzwälder Schinken
  • Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer

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Und so wird der Brägel  gemacht:

  1. die am Vortag gekochten und kalten Kartoffeln werden grob auf einer Reibe geraspelt
  2. in einer Pfanne mit Butterschmalz, Salz und Pfeffer ( wer möchte kann noch Zwiebeln dazugeben)  in Form eines Fladens von beiden Seiten knusprig braten.      ( zum Umdrehen habe ich einen Teller benutzt)
  3. in der Zwischenzeit die Steinchampignons waschen, putzen und in kleine Würfel schneiden. Die Petersilie ebenfalls waschen und kleinschneiden genauso den Schwarzwälder Schinken kleinschneiden.
  4. in einer anderen Pfanne die Champignons und den Schinken ebenfalls anbraten und mit Salz, Pfeffer und einem Teil der Petersilie würzen.
  5. den Brägel auf einem Teller mit den Pilzen anrichten und mit der restlichen Petersilie bestreuen.

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Das ist doch wirklich einfach, also „brägelt“ Euch doch mal einen Brägel  damit dieses Gericht nicht wieder ausstirbt.  Ich wünsche Euch und vor allem allen Müttern einen wunderschönen Sonntag. Liebe Grüße Silke

Raffinierte Rote-Bete-Suppe

Hallo da bin ich wieder und wünsche Euch  erstmal ein gutes neues Jahr ! hat Euch der Alltag schon wieder ? Meiner fängt zum Glück erst nächste Woche wieder an. Und welche Diät macht Ihr in diesem Jahr ? “ I make you sexy…., mach dich krass, starte in ein schlankes 2017 “  ? Gefühlt  von überall springt einem Werbung für Diäten, Fitnessprogramme und Sportklamotten entgegen. Kein Tag vergeht ohne dass uns eine super Figur in 8 oder 12 Wochen versprochen wird. Und was bekommt Ihr bei mir?  Eine sexy Suppe in pink ! Macht die Suppe Euch schlanker ? Nein, aber sie schmeckt total lecker, hat gute Inhaltsstoffe und wärmt Euch von innen.  Versprochen ! Klar fährt man nach der Weihnachtsschlemmerei essenstechnisch etwas zurück und da die Tage jetzt wieder länger werden bekommt man automatisch wieder Lust auf leichtere Kost. So geht es mir zumindest. Besonders  als ich das Rezept von Sternekoch Frank Oehler  für diese Suppe gesehen habe. Und was war in den heimischen Kellern im Schwarzwald um diese Jahreszeit vorrätig? Rote Bete, Kartoffeln und Karotten. Sicherlich wurde eine Rote Bete-Suppe früher anders gekocht, aber diese raffinierte Version hätte den Leuten früher bestimmt auch geschmeckt. Durch Zutaten wie Meerrettich , Apfel und Kümmel  und den leckeren Butterklößchen wird sie richtig fein. Und wenn Ihr die Butterklößchen  durch Äpfel oder Nudeln ohne Ei  ersetzt, ist sie sogar vegan.

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Und das braucht Ihr für 4 Portionen:

  • 600 g Rote Bete
  • 1 Zwiebel
  • 3 EL Öl
  • 1 Apfel
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 3 TL Sahnemeerrettich
  • 1 TL gestoßener Kümmel
  • 200 g Sahne
  • Salz, Pfeffer

Für die Butterklößchen:

  • 30 g Butter
  • 125 ml Milch
  • 75 g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 1 Ei
  • 1 TL Sahnemeerrettich
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Und so macht Ihr die Suppe:

  1. Rote Bete säubern und 10-15 Minuten im Wasser kochen bis sie sich mit einem Schaschlikspieß  ohne Widerstand  durchstechen lässt.
  2. Rote Bete kalt abbrausen und schälen ( Achtung: Handschuhe benutzen) und in Würfel schneiden.
  3. Die Zwiebel und den Apfel ebenfalls würfeln.
  4. Die Zwiebel in Öl glasig dünsten und den Apfel dazugeben und 5 Min. mitdünsten.
  5. Mit Gemüsebrühe ablöschen, mit Sahnemeerrettich, Kümmel und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 10 Minuten leicht köcheln lassen.
  6. Anschließend die Suppe mit einem Stabmixer pürieren und die Sahne hineingeben.
  7. Die Suppe warm halten, sie darf nicht mehr kochen.

Und so macht Ihr die Klößchen:

  1. Butter und Milch in einen Topf geben und zum Kochen bringen.
  2. Das gesiebte Mehl und einen Teelöffel Salz mit einem Holzlöffel unterrühren.
  3. Wenn sich ein großer Klumpen bildet und sich vom Topfboden löst, den Teig aus dem Topf holen und abkühlen lassen bis er handwarm ist.
  4. Ei und Meerrettich unterrühren und 12 kleine Klößchen formen ( geht gut mit zwei Teelöffeln)
  5. Im siedenden Salzwasser etwa 10 Minuten garen. Wenn die Klößchen oben schwimmen sind sie fertig.
  6. Die Suppe in  Teller geben, die Klößchen darauf geben und mit Petersilie garnieren.

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Egal wie Ihr das Jahr startet ob mit Diät oder ohne diese leckere Suppe könnt Ihr Euch nicht entgehen lassen. Und eine Suppe ist ja kein fetter Schweinebraten. Habt einen schönen Sonntag, liebe Grüße Silke

Exotisches Hirschgulasch

Diesen Sonntag habe ich Euch ein exotisches Hirschgulasch mitgebracht. Exotisch deshalb, da  Ananas enthalten ist. Ich gebe zu das ist eine sehr außergewöhnliche Kombination, schmeckt aber echt fantastisch. Es ist eines unserer traditionellen Familienrezepte und wird bei uns an Festtagen gegessen. Mit den Traditionen ist das ja so eine Sache, gerade zu Weihnachten. Ihr kennt das ja sicherlich. Da muss Oma Frieda immer neben Onkel Horst sitzen, alle müssen Stillenacht  singen, Kusine Emma spielt Blockflöte und zu Essen gibt es immer eine Weihnachtsgans. Nicht das ich irgendwas gegen Traditionen habe, gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es schön solche Dinge aufrecht zu erhalten. Auch bei uns läuft Weihnachten immer ähnlich ab. Erst wird zusammen gegessen, dann gibt es die Geschenke und gesungen wird auch. Allerdings haben wir keine Feste Tradition was es zu Essen gibt, da sind wir offen für alles , aber es sollte immer etwas festliches sein. So eben wie dieses Hirschgulasch, dass aber durch die Ananas einen extra Pfiff erhält. Es ist zwar etwas Zeit intensiv, aber man kann es gut  Vorbereiten und  so dann  einen schönen Feiertag mit der Familie oder Gästen genießen.

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Und das braucht Ihr  für 4 Personen:

  • 750 g Hirschgulasch vom Metzger oder Jäger Eures Vertrauens
  • 1 EL Öl
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 150 g Champignons in Scheiben
  • 1 kleine Dose Tomatenmark   ( 75 g )
  • 1/2  Liter Wild Fond
  • 1 Glas Rotwein
  • 2 Lorbeerblätter
  • 8 Wacholderbeeren
  • 30 g Mehl
  • 125 g Schlagsahne
  • 3 Scheiben Ananas in Stücken
  • Salz und Pfeffer

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Und so wird’s gemacht:

Die weißen Häutchen vom Hirschgulasch entfernen ( am besten den Metzger erledigen lassen) das Fleisch waschen, trocken tupfen  und in Öl scharf anbraten. Kleingeschnittene Zwiebeln und Tomatenmark dazugeben und etwas einkochen lassen. Mit Wild Fond und Wein ablöschen und in einem Bräter im Backofen ca. 1,5 Stunden bei 180 Grad schmoren lassen. Die letzten 10 Minuten die Ananas und die Pilze dazugeben. Die Sahne mit dem Mehl verquirlen und die Soße damit binden und verfeinern. Dazu passen  gute Nudeln oder Spätzle.

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So jetzt habt Ihr einen kompletten Vorschlag für ein weihnachtliches Menü bestehend aus Hirschgulasch und als Dessert das leckere Kirsch Panna Cotta. Als Vorspeise empfehle ich Euch einen Salat.  Und vor Weihnachten gibt es natürlich noch ein Rezept was Ihr zu Weihnachten backen könnt. Also pflegt weiterhin Eure Traditionen, aber traut Euch auch  mal  etwas zu verändern und neue Traditionen zu entdecken. Und wenn es nur so Kleinigkeiten wie Ananas im Hirschgulasch sind.(  Und Oma Frieda kann auch mal neben Onkel Heiner sitzen, der Platz ist viel bequemer und näher an der Heizung )  Habt einen schönen Adventssonntag, liebe Grüße Silke

 

 

 

 

Schwarzwälder Sonntagsessen

Was, das soll Nudelsuppe sein ? Diesen empörten Aufschrei musste ich mir von meiner Familie neulich anhören. Ja, dass ist eine Nudelsuppe, zumindest alle  Zutaten die in eine  Nudelsuppe gehören, Rindfleisch, Suppennudeln und Karotten. Die Suppe hat nur eine andere Form und schmeckt nichts desto trotz lecker. Nudelsuppe geht bei uns immer, egal ob an Feiertagen, bei Krankheit oder einfach nur so als Vorspeise zu einem Sonntagsessen, die Nudelsuppe gehört hier im Schwarzwald einfach dazu. Und jetzt  komm ich und verändere das absolute Lieblingsessen meiner Familie. Und was soll ich sagen, nach anfänglicher Skepsis waren alle davon überzeugt, Nudelsuppe schmeckt auch in dieser Form. Aber Nudelsuppe in der klassischen Form bleibt unser Lieblingsessen! Damit Ihr selber entscheiden könnt welche Variante der Nudelsuppe Euch besser schmeckt, kommt hier das Rezept. DSC_0927.JPG

Ihr braucht für 4 Personen:

  • 750 – 1000 g Suppenfleisch vom Rind  (Tafelspitz)
  • Suppengemüse (Sellerie, Lauch, Karotten)
  • 1 EL Salz
  • 1 TL Pfefferkörner
  • 1,5 Liter Wasser
  • 250 g Fadennudeln
  • 1 Eiweiß
  • 1 TL Salz
  • etwas Muskat gemahlen
  • 5 große Karotten
  • 1 TL Gemüsebrühe
  • 1 TL gehackte Petersilie
  • 2 TL Butter
  • 1 kleines Glas Sahnemeerrettich
  • Öl zum Ausbacken der Nudeln

Und so wird’s gemacht:

In einem großen Topf das Wasser mit dem Salz und Pfeffer zum Kochen bringen. Das Rindfleisch unter kaltem Wasser abspülen, trocken tupfen und in das sprudelnd kochende Wasser geben. Nochmals kurz aufkochen lassen, danach die Temperatur zurückdrehen und das Fleisch ca. 1,5 bis 2 Stunden  bei niedriger Temperatur gar kochen lassen. Die letzte halbe Stunde das geputzte, klein geschnittene Suppengemüse hinzugeben.  In der Zwischenzeit die Karotten putzen, schälen und in kleine Würfel schneiden. In einem Topf die Karotten mit einem TL Gemüsebrühe bissfest garen.  Die Fadennudeln werden ebenfalls in einem anderen Topf nach Packungsanleitung gekocht. Nach dem Abkühlen das Eiweiß, das Salz und Muskat dazugeben. In einer Pfanne Öl erhitzen und jeweils einen Esslöffel Nudelmasse von beiden Seiten goldbraun backen. Die Karotten mit der Butter und der gehackten Petersilie erwärmen. Den Tafelspitz in Scheiben schneiden und auf einem Teller mit den Karotten, den Nudelpuffern und dem Sahnemeerrettich anrichten.DSC_0933.JPG

Aus der Rinderbrühe, dem Suppengemüse und evtl. restlichem  Fleisch, könnt Ihr ja dann eine klassische Nudelsuppe kochen. Und so entscheiden in welcher Form sie besser schmeckt. Aber manchmal muss man einfach mal was neues wagen um belohnt zu werden. In diesem Sinne traut Euch auch mal ein Gericht neu zu interpretieren.             Liebe Grüße Silke